Jürgen Neuber

CWG informiert zu den Möglichkeiten von Pflanzenkohle

Ein voller Erfolg war die Veranstaltung aus dem Themenfeld „Land- und Forstwirtschaft – Umwelt/Klima/Nachhaltigkeit“. Nordgau Carbon aus Meierhof bei Wernberg-Köblitz stellte beim Besuch der CWG den erst 2019 eröffneten Betrieb vor. Doch die Anlage ist nicht das erste Unternehmen an dieser Stelle. Die Familie Richthammer hat bereits vorher ihre klassische Landwirtschaft um eine Biogasanlage und ein Lohnunternehmen erweitert. Neben den Kandidaten der CWG nutzen auch zahlreiche Landwirte aus der Umgebung die Gelegenheit sich über die neueste Errungenschaft und die Möglichkeiten der Nutzung von Kohlenstoff in der Landwirtschaft aus erster Hand von Geschäftsführer Michael Wiederer zu informieren.

Hackschnitzel sind das Ausgangsprodukt, das in der Anlage, mit einem Investitionsvolumen von über 1 Million Euro, mittels Pyrolyse in Kohlenstoff umgewandelt wird. Dabei hat der Prozess mit den klassischen Kohlenmeiler nicht mehr viel zu tun. Bei 600-650°C wird das Holz verarbeitet angefeuert durch die entstehenden Gase, die die nötige Temperatur für den Prozess liefern und auch darüber hinaus genutzt werden können. Es entsteht eine Pflanzenkohle mit gebundenen Mineralstoffen und Poren, die aus der ursprünglichen Pflanzenmasse stammen und damit ähnlich der Aktivkohle (die aus der Pflanzenkohle hergestellt werden kann) eine große Oberfläche von etwa 300m² pro Gramm aufweist.

Was nutzt dies dem Landwirt? Ein Problem bei der Gülleausbringung ist die Problematik, dass erreicht werden muss, dass Nährstoffe aus der Gülle über lange Zeit pflanzenverfügbar gebunden werden und nicht in die Grundwasserschichten ausgeschwemmt werden. Dies kann erreicht werden indem der Boden durch die Pflanzenkohle verbessert wird. Der Einsatz kann jedoch viel früher erfolgen. Als Beimengung zum Einstreu kann die Mistmenge deutlich verringert werden, als Beimengung zur Gülle wird der Geruch und Nährstoffe gebunden und schließlich gibt es auch positive Effekte bei der Nutzung als Futterzusatz.

Endziel einer jeden Nutzung ist die Ausbringung aufs Feld, auf dem der Kohlenstoff seine bodenverbessernde Wirkung entfalten kann und das nicht nur für kurze Zeit, sind doch 80% des Kohlenstoffs für mehr als 1000 Jahre stabil. Diese Tatsache führt zu einem weiteren Vorteil bei der Verwendung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft. Durch die Stabilität des Kohlenstoffs und der pflanzlichen Herkunft wird der Atmosphäre dauerhaft CO2 entzogen.

Nach der Präsentation der Anlage entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen den Landwirten und Michael Wiederer, der geduldig die Fragen beantwortete. Zum Abschluss nach einer Präsentation zum Verfahren überreichte die CWG Spitzenkandidatin Christina Bauer und Landwirtschaftsmeister Anton Albang ein kleines Präsent und lud gemeinsam mit Nordgau Carbon zu einer Stärkung ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.